Vor über 6 Jahren trat Stück für Stück der Minimalismus in mein Leben. Doch was bewegt mich dazu ein reduzierteres Leben zu führen?
Stress
Mich persönlich stressen Dinge, die ich nicht nutze, unterbewusst. Ich habe meist ein schlechtes Gewissen, dass ich diese Dinge nicht verwende. Auch wollen alle Dinge die man besitzt organisiert werden und manche Gegenstände benötigen zusätzlich noch Pflege, was alles Zeit und Ressourcen in Anspruch nimmt. Ein weiterer Beweggrund ist, dass mich organisierte Wohnräume und leere Flächen beruhigen, was mit weniger Dingen deutlich leichter zu erreichen ist.
Nachhaltigkeit
Die Welt ist voller Müll. Eine Insel von 1,6 Millionen Quadratkilometer schwimmt im Ozean. Flüsse verstopfen aufgrund von Müll. Secondhandplattformen quillen über. Alte Häuser stehen voller Dinge die kein Mensch will. Und trotzdem kaufen die Menschen stetig neue Dinge. Dinge aus Produktionen mit ethisch fraglichem Hintergrund. Dinge bei deren Produktion wieder Lebensräume und Natur verstört wird. Dinge, die auch wieder im Müll landen werden.
Wenn man diese Müllberge betrachtet ist meiner Meinung nach die einzig richtige Antwort der Minimalismus. Wenn ich aus dem gesellschaftlich verbreiteten Konsumverhalten aussteige und keine neuen Dinge kaufe, werden weniger neue Dinge produziert, die später als Müll wieder in der Natur landen.
Geld
Als ich in das Berufsleben startete hatte ich nur wenig Geld zur Verfügung. Gleichzeitig wurde mir nahegelegt direkt mit dem Vermögensaufbau zu starten, um meine spätere Rentenlücke zu schließen. Dabei wurde bei allen Gesprächen über die Rentenlücke angenommen, dass mit steigendem Gehalt vorerst auch die Konsumausgaben steigen werden. Somit müsse man noch mehr Geld fürs Alter zurücklegen. Diese Situation löste in mir Stress aus. In dieser Zeit entdeckte ich den Minimalismus als Lebensphilosophie. Wer weniger kauft braucht weniger Geld im hier und jetzt und auch im Alter. Warum immer mehr Arbeiten um immer mehr zu kaufen, was man eigentlich nicht braucht? Könnte man vielleicht auch einfach weniger kaufen und weniger arbeiten?
Freiheit
Dinge binden. Wer viele Gegenstände besitzt muss diese in seinem Wohnraum unterbringen. Für diesen Stauraum und auch für die Pflege von Dingen fallen Kosten an. Laufende Kosten die einen eventuell davon abhalten sein Einkommen zu reduzieren. Auch wird man vor einem Wohnortwechsel – oder gar einer Auflösung des Haushaltes – deutlich länger Zögern, wenn man viele Dinge besitzt. Wie frei können wir werden?
